22.11.06

Zurück in den Alltag, irgendwie...

Nachdem ich mich so um die 15 Std schlafend nicht bewegt habe, bin ich essen kaufen gegangen und habe abends bei den Nachbarn gebabysittet... ich muss ja sagen, ich weiß nicht, wieso Eltern ihre Kinder erst so spät ins Bett kriegen, normalerweise geht der Kleine um 10 ins Bett, bei mir war er schon um 8 total müde und ausgepowert und da hab ich ihn dann auch ins Bett gebracht..
Am nächsten Tag sind die Susi und die Katja und die Ich an den Bondistrand gefahren, aber davor haben wir noch die Bekanntschaft einer Aboriginieaktivistin gemacht. Sie hat uns über die Diskriminierung der Ureinwohner aufgeklärt. Sie hatte uns dann auch auf ein Fest eingeladen, wo dann kleine Aboriginiekinder und andere breakdancen und rappen und so. Das gehört ja schließlich zur Kultur der Aboriginies... Bis sie das gesagt hat, hab ich sie noch für relativ normal gehalten, aber ab dann kam mir das alles nicht mehr ganz so koscher vor..

Die Farben der Aboriginieflagge stehen übrigens auch für was: Schwarz ist für die Hautfarbe der Aboriginies, Gelb ist die Sonne und das Rot steht entweder für das vergossene Blut oder die Erde (viel Eisen in Boden). Wieder mal was dazugelernt.
Gut, es war warm und so sind wir ab zum Strand, haben uns da in die Sonne gelegt (natürlich mit Sonnencreme, wir wollen doch kein Hautkrebs kriegen) und die Ruhe genossen. Ab und zu tauchte am Himmel ein kleines Flugzeug auf, was so ganz komische Sachen in den Himmel malte, wie z.b Internetadressen und komische Männchen, die auch als Blumen durchgehen könnten.
Wer die Zeit hat, ne?!
Abends sind wir dann zu mir und haben „The Devil wears prada“ geguckt. Obs am mangelndem Verständnis lag, an der Sonne oder was auch immer, der Film war nich so gut, wie vorausgesagt und um 11 sind wir dann schlafen gegangen.
Sonntag verbrachte ich den ganzen Tag zuhause mit ein bisschen entspannen, lazy sein und aufräumen, denn meine Gastfamilie kam dann abends von ihrem Trip wieder!
Und ich war mal wieder krank und bin es immernoch ein wenig.
Deshalb ging ich auch Montag zu meiner Stammapotheke ( in der ich jetzt schon so um die 100 dollar für Zeugs ausgegeben habe) und wollte wieder Medizin. Das letzte mal hatte ich so Powertabletten bekommen, die aber nicht gewirkt haben, ich bin wahrscheinlich schon imun. Als ich dann der netten Bedienung erklärte, dass diese Tabletten bei mir nicht helfen guckte sie mich fragend an und sagte: „What? You´d like to have REAL medication?“ Und da dachte ich, ich spinne. Ich hab also mein ganzes Geld vorher für Spielzeugtabletten ausgegeben und da all meine Hoffnungen drin gelegt? Man, ich fühlte mich tragisch. Mein ganzes Leben (hier) eine einzige Lüge, alles nur Beschiss, kein Funken Wahrheit für das arme dauerkranke deutsche Aupair.
Doch das Leben muss trotz solcher Entrüstung weitergehen und so genoss ich mit meiner Kleinen trotz abermaligem Malheur in der Badewanne (iiiiiiiihhhhhhhhh) die Sonne. Und die Menschen hier sind ja so nett und höflich. Die Blume im Haar hat sie von einem Mann einfach so geschenkt bekommen.
Und heute waren wir Aupairs mal wieder total erkundungsfreudig und haben uns in Cremone getroffen um dort einen Strand zu auskundschaften. Treffen allein ist schon immer ne schwierige Sache und dann auch noch durch privates Gelände an eine kleine Bucht, wo viel Haus und kein Strand war, es war doch alles aufregend. Das tollste war, dass das Wasser so flach war und unsere Liegestelle nich so günstig, dass wir auf die glorreiche Idee kamen mit all unserem
Zeug auf die andere Seite der Bucht zu laufen, denn da war wenigstens ein Wiesenstück. Der Weg war mit Muscheln gepflastert und wir alle hatten zum Schluss blutende Füße. Das erinnert mich immer wieder an Cinderella: „Kuckurikuuu, kuckurikuuuuu, Blut ist im Schuh“, in unserem Fall in unseren Flipflops. Um halb 2 sind wir dann auch wieder gegangen, denn trotz Hitze (wirkliche Hitze) war die Sonne kein einziges mal zu sehen. Der ganze Himmel war diesig und ich glaub nich, dass das an den brenndenden Blue Mountains liegt.. Ihr habt richtig gelesen, schon wieder ein Ort an dem ich war und wieder was passiert, nachdem ich da war!
Naja, dann hab ich heut ein wenig im Bikini das Haus geputzt, mehr Klamotten wollte man eigentlich auch echt nicht anhaben und dann die Kleine vom Kindergarten abgeholt...
Und dann passierte Unglaubliches: Temperaturänderung von mindestens 13 Grad. Der Fön, der die ganze Zeit durch die Luft wehte verwandelte sich in eine kalte Brise, es fing an zu stürmen und die Kleine an zu heulen, sie hatte ein Blatt auf den Arm bekommen und das hat ihrer Meinung ihr den halben Arm abgesäbelt.
Jetzt ist es wieder kälter und das ist auch gut so!

Die Oper von der Harbourbridge aus. Zu bemerken bitte der graue Himmel (und doch hatten wir geühlte 42 Grad).