Also, Susi und ich haben letzte Woche ein Auto gebucht, mit dem wir Freitag, um halb 11 aus der City losgefahren sind. Es war ein alter Toyota Combi, Tank leer, dreckig wegen der „Vorbesitzer“, jedoch Automatik und total cool mit schwarz-roten Sitzbezügen und gaaaaaaannnzzzz viel Platz. Es hat mich ziemlich an Hannahs Auto erinnert.

Susi und ich haben uns aber noch bevor wir das Auto geholt haben getroffen um bei Paddys Market lecker Obst einzukaufen.
Wir trafen uns sehr früh, denn wir wollten doch unsere Zeit nutzen, die wegen des Mietwagenverleihers jeden Tag schrumpfte. Zuerst hieß es, wir könnten ihn Donnerstag Abend abholen, dann Freitag um 10 und dann doch um 11.
Als ich an unserem Treffpunkt ankam musste ich total anfangen zu lachen. Ich hatte zwei Taschen und meine Handtasche bis oben hin voll mit dem Essen, was wir uns Dienstag gekauft hatten für den Trip, einer Decke und natürlich Klamotten, Unterlagen und Technickkram und Susi hatte ihrerseits so n Riesenrucksack mit allem möglichem. Wir sahen aus, als würden wir 3 Wochen verreisen, aber wenn man ohne Hotel und irgendwas durch die Pampa ziehen will, braucht man halt (grad als Mädchen) viel Kram.
Zusammen mit dem gekauften Obst war es aber dann doch ZU viel und wir nahmen (wir hatten beide die Nacht davor nicht allzuviel geschlafen) uns ein Taxi zu unserm Autoverleiher.
Der hatte aber noch zu, also erst einmal einen Kaffe getrunken und Punkt 10 standen wir vor der Tür und haben dann doch schon früher unsere Schrottmühle bekommen. Hätten wir eine Stunde gewartet, wäre er noch gewaschen worden, aber wir wollten nicht warten!
Nach ein paar Fahrübungen und allgemeinen Fragen zum Linksverkehr sind wir los.
Da trat auch schon das erste Problem auf: Leerer Tank und im Zentrum weit und breit keine Tankstelle. Also habe ich, während wir fuhren die anderen Menschen in den Autos zugewunken und gefragt, wo denn hier ne Tankstelle wäre und einer, in einem großen Laster war so nett uns dorthin zu lotsen. Wir fuhren ihm also brav hinterher, das Tanklicht leuchtete gefährlich rot. Er auf die Autobahn, wir hinterher, in mehrere Tunnel, wenn wir dort stehenbleiben würden, gäbe es kein Entrinnen und irgendwann, wir waren schon längst aus Sydney raus, hat er uns in ein kleines Dorf gelotst, wo dann die Tankstelle war. Wir haben uns brav bedankt, haben getankt und dann kam das nächste Problem: Susi gibt Klara den Autoschlüssel und Klara legt ihn, weil sie was gesucht hat, irgendwo hin. Also mussten wir dann erstmal den Autoschlüssel suchen, was Susi natürlich nicht so toll fand, denn sie hat grade erst Dienstag oder so ihren Hausschlüssel verlegt.
Wir haben ihn gefunden, und sind nach ein paar verzwickten Abzweigungen wieder los auf den Highway. Rollen waren bei uns klar verteilt, ich war der Guide und Susi die Fahrerin. Und Susi machte ihren Job großartig, ohne jede Vorkenntnis vom australischem Linksverkehr hat sie alle Hürden und Schwierigkeiten toll überwunden. Natürlich fuhren wir auch ein paar mal auf der falschen Spur, aber dank Susis schnellen Reaktionen ist uns nichts passiert.
Wir hatten schon einen genauen Plan, wie und was wir machen wollen.
Ich werde noch eine günstige Karte von New South Wales finden und dan kann ich euch genau zeigen, wo wir langgefahren sind.

Wir sind verdammt viel gefahren! Und durch faszinierende Landschaften, kleinen graßgrünen Hügeln mit Kühen, Pferden und Schafen, Berge mit Eukalyptus und kahle Steppen. Es war großartig und ich war nur am fotografieren und die Susi war am fahren.
Wir hatten den Tip bekommen auf der Strecke zu den Fitzroy Falls zu gehen, was wir auch taten. Das war großartig, ein Wasserfall, der total tief ging und in einer atemberaumbenden Baumlandschaft verschwand. Klein wenig Ähnlichkeit zu den Blue Mountains, da waren auch alle Berge blau irgendwie. Wir wollten auch noch die Twinfalls sehen, die nur 800 meter von dem großen entfernt war, aber da war irgendwie kein Wasser in dem Wasserfall. Traurig. Auf dem Rückweg zum Auto liefen wir an einer Reisegruppe vorbei, die sich alle gierig irgendwelche Blätter in den Mund schoben. Faszinierend...
Irgendwann hielten wir wieder, um in einem kleinem Dorf (ich glaub es bestand aus 3 Farmen) den „Best Pie of the World“ zu genießen, der sah aber irgendwie eklig aus also haben wir uns mit Cookies begnügt, die waren total lecker. Der Laden war total süß, so n richtig alter Tante Emma laden, da war Post, Schreibwarenhandel, Bäckerei und Zeitungsladen, alles in einem und dann in nem total süßen Stil eingerichtet.
UND WEITER GEHTS!!!

Wir weiter durch Berge, Wiesen und Steppen gefahren um unserem Tagesziel entgegen zu kommen, JERVIS BAY.

Dort angekommen (wir haben erstmal für den Nationalpark um Jervis Bay Eintritt gezahlt, unüblich) haben wir unsere Schuhe ausgezogen und sind am Strand entlanggelaufen, unsere Schuhe haben wir schlauerweise einfach dort am Anfang des Wegen zurückgelassen.
Der Strand war total schön, weiß mit ganz vielen Muscheln und Felsen zwischendurch. Wir liefen so weit, bis wir dann so n ganz dicken wilden Pelikan am Ende des Strandes gesehen, fotografiert und gefilmt haben, dann gings wieder zurück. Inzwischem war es 4 Uhr und doch sehr windig. Unsere Schuhe waren Gott sei Dank noch da, jippih!
Da es aber erst 4 war und es noch hell und wir noch wach waren, haben wir uns wieder in die Karre geschwungen und sind dann zu unserem Samstagstagesziel gefahren, Pebbly Beach, der Strand mit den Känguruhs, die ganz zahm sind.

Davor kamen wir aber noch in eine Kuhherde, die dann um uns herum auf der Straße vorbeizog, echt cool.
Als wir dort ankamen war es stockduster, und wir mussten nen ganz blöden Schotterweg durch den Wald zum Strand fahren mit Schlaglöchern, dunklen Wäldern und ganz viel Schatten.
Am Ende des Weges befand sich ein Campingplatz, wo wir eigentlich Samstag übernachten wollten.
Naja, Nevermind, wir also dahin, die hinteren Sitze zurückgeklappt und unsere Betten zurecht gemacht (wir hatten keine Zelte und haben im Auto übernachtet) und erstmal richtig gut zu Abend gegessen.
Es war 8, wir immernoch hellwach und auf der Suche nach irgendwas, was wir tun könnten, denn wenn man so schnell ist wie wir hat man irgendwie immernoch total viel Zeit.
Wir kamen auf die schlaue Idee mal zum Strand runterzuwandern, der nur 200 meter entfernt war. Wir liefen durch den Wald und über eine Wiese, wo sich die Susi noch beschwerte, wieso denn so viel Schafkacke auf dem Boden liegen würde (wir konnten das durch Susis Handylicht, welches sehr gut als Taschenlampe funktionierte, sehen) und dann sahen wir es.

Känguruhs, mindestens 20 Stück, alle um uns herum, und hätten wir das Licht nicht gehabt, wären wir garantiert dadrüber gestolpert.
Da es aber echt kalt und windig war und die gefressen haben, wollten wir nicht weiter stören und haben uns dann nach ner Zeit wieder ins Auto begeben und haben versucht zu schlafen.
Es war hart. Zu hart. Ich hatte das Gefühl, dass ich die ganze Nacht nicht geschlafen hätte, Susi hat das irgendwie nicht so viel ausgemacht. Echt unbequem, ein wenig kalt und auch ziemlich eng, aber ich muss wohl doch irgendwann eingeschlafen sein, sonst wär ich den Samstag über nicht so fit gewesen, wie ich es war.

Naja, jedenfalls waren wir Samstag früh so um 7 wach, haben gefrühstückt, sind noch einmal an den Strand (es war immernoch kalt aber wenigstens sonnig) und noch ein paar Kängurus beobachtet,

das eine hatte auch ein ganz großes Baby im Beutel, und das Känguruhmännchen daneben war irgendwie ziemlich horny, das konnte man auch sehr gut beobachten.
Da wir aber unser Samstagziel am schon am Freitag erreicht hatten, wussten wir nicht wirklich, was man noch so tun könnte, aber es gibt immer irgendwas zu sehen.
Wieso also nicht die Hauptstadt?

Wir also los, noch einen Abstecher zu Batemans Bay gemacht, und ab nach Canberra. Auf dem Weg dorthin sprang ein Känguruh über die Straße und wir haben wieder wunderschöne Landschaften gesehen und irgendwie total viele überfahrene Tiere, Kakadus, Känguruhs, Füchse und auch diese australischen Igel mit den langen Nasen (es tut mir Leid, ich hab den Namen grad vergessen). War irgendwie traurig, aber wir sind ganz schnell mit dem Auto weitergefahren, haben uns die Sonne ins Gesicht scheinen lassen und waren ganz gespannt, ob Canberra wirklich so unspektaklär ist, wie alle gesagt haben..
Dort angekommen wussten wir es: JA!

Die Stadt war wie eine Geisterstadt, wirklich mitten ins Nirgendwo gesetzt (für die Interesierten: Canberra gibts nur weil sich Melbourne und Sydney nicht einigen konnten wer die Hauptstadt ist, also haben sie in der mitte Canberra bauen lassen).
Aber da geht ja mal GAAAAAR NICHTS! Kaum Menschen, kaum Autos und total uninteressant.
Natürlcih haben wir uns dann dort noch das Government House angeguckt, und einer der wenigen Menschen, ein Australier mit deutschen Eltern hat uns gesagt, dass wir den einen Berg hochfahren sollten, denn von dort kann man sich alles ganz toll angucken.
Wir sind auch nach einigen Irrungen und Wirrungen den Berg hoch, aber wir haben keine Aussicht gefunden. Aber dafür ganz viel ganz bunte Papageien, hihi.
Also wieder runter und wieder los, wo auch immer hin.
Es war 12 Uhr. und wir fuhren dann eine andere Strecke wieder hoch, aber diesmal nach Kiama, das ist ca 2 Std von Sydney entfernt.


Wieder Landschaft angeguckt, und Berge hoch und wieder runtergefahren und irgendwann haben wir dann doch eine Pause gemacht und in Moss Vale Fish & Chips gegessen, in dem einzigen Laden der dort offen hatte.
Es war Samstag mittag und ich fand es total krass, dass da nur ein Laden auf hatte, die anderen Cafés und Restaurants hatten alle zu.
Wir sind nach dem Essen weiter gefahren, zu dem Ort Kiama, dort sind die größten Attraktionen das Blowhole (Blaseloch), ein kleiner Spalt der, wenn eine Welle kommt, eine große Fontäne ausspuckt. Dann gibts da auch den Leuchtturm, ganz süß, und natürlich die Felsen an der Küste, die einen das Gefühl gab, ganz klein und kraftlos angesichts der großen Wellen und Wassermassen zu sein.

Wir fuhren danach noch durch die Gegend und wollten dann (wir wollten nicht wieder um 9 ins Bett gehen) noch in den Bowlingclub gehen, ein wenig bowlen. Der Bowhling Club hatte bloß irgendwie keine Bowlingbahn, nur eine Bar und Fernseher mit Sport und einen riesigen Billliardtisch. Dort war aber das ganze Dorf versammelt, jung und alt. Wir haben dann Billiard gespielt

und ein paar Leute kennengelernt, die uns dann noch in einen anderen Pub mitgenommen haben, der auch ganz nett war, aber die da irgendwie nur Housemusik hören, haben wir uns um 12 wieder verzogen, haben unser Auto wieder an die Klippen gestellt und diesmal unsere Vordersitze zurückgeschraubt und dann dort geschlafen. Das war viel bequemer und für jeden, der im Auto schlafen muss, das Ultimative.

Sonntag früh sind wir wieder früh aufgestanden haben uns aber total viel Zeit gelassen, denn wir hatten ja auch viel Zeit. Nach dem Frühstück sind wir los und sind ein wenig durch die Stadt gelaufen, die total süß war. Und kommunikativ, so wie es im Reiseführer stand. Wir haben uns mit einigen unterhalten und hatten viel Spaß.
Wir sind dann zu einem einsamen riesigen Strand gefahren, haben und in die Sonne gelegt und entspannt.
Da wir immernoch total viel zeit hatten sind wir dort in der Gegend noch ein bisschen klettern gegangen, denn dort gibt es total viele Gesteinsformationen, die unglaublich aussehen.
Dann fing unser Tank an zu blinken, er war wieder leer. Aber da wir das Auto auch wieder leer abgeben sollten, haben wir auch nicht mehr nachgefüllt. Und da wir noch ne gute Strecke zu fahren hatten, sind wir nur noch zurückgerollt, das war total lustig, denn auf dem Highway sind ja viele Autos, aber keiner war aggressiv, keiner hat gehupt und wir kamen so zurück, langsam, gechillt und mit leerem Tank.
Es war ein unglaublicher Trip, wir haben so viel gesehen und erlebt und New South Wales hat wirklich so viele unterschiedliche Fassetten und es war einfach unglaublich.
Mein erster Trip, nur mit Susi.

