Wieder mal ein wirrer Versuch noch weiter in das australische Nachtleben einzutauchen.

Sabrina, Katja, Uta, Susi und ich wollten in North Sydney in eine Kirche gehen, die in einen Pub und eine Disko umgebaut wurde. Davor saßen wir erstmal auf einer Bank und haben uns wieder mit etlichen Australiern unterhalten.

2 davon waren gerade 18 gewordene Rapper, die nächstes Jahr nach Berlin ziehen wollen, um die Ubahn anzumalen. Fand ich sehr interessant, denn wenn das der einzige Grund ist nach Berlin zu ziehen, dann weiß ich auch nich mehr...

In der Kirche angekommen stellten wir fest, dass das nicht der Platz sein würde, wo wir alt werden, vor allem nicht, nachem uns eine Kakerlake aus der Bar entgegenlief...
Man kann sich langsam echt an die Viecher gewöhnen, ich hatte schon 3 tote und 2 lebende (eine unter meinem Bett) und ich fand das Vieh nicht so faszinierend, wie die anderen. Ist schon irgendwie komisch, wie schnell man sich an den Anblick der Tiere gewöhnen kann.
So sind wir wieder in den Zug, der uns drei Stationen später in der Stadt rauslassen sollte. HAHAHAHA!!! Der Zug blieb ca 300 meter vor der City stecken, so ne scheiße! Am Anfang dachten wir, dass das nach spätestens 10 Minuten wieder in Ordnung sei, aber nach 1 1/4 Stunde bewegte sich dann der Zug zum erstem mal wieder. Es gab irgendwelche Magnetprobleme bei ner Überkreuzung, und Sabrina, die eh total gut drauf war mit Polonaise durch den Zug und der Frage "Where is the Candyshop", hat jedem der es wissen wollte und die Ansage nicht verstanden hat, erklärt was das Problem sei.

Man weiß ja, dass Menschen, die zulang miteinander eingesperrt werden, irgendwann verrückt werden. Das passiert auch dann langsam. Überall hörte man gigglen, Leute haben sich an den Augen rumgepult und eine hat den totalen Aufstand gemacht, dass die die Tür nich aufmachen, dann könnt sie sich wenigstens mal auf die Gleise stellen und eine rauchen. Und manche klopften alle 3 Minuten bei der Traintussi, weil man entweder die Ansage nicht verstanden hat oder Infos brauchte oder einfach nur jemanden suchte, den man annerven kann... Wir Deutschen sahen das alles gelassener, außer dem Verlangen nach Luft, Klo und Musik.
Irgendwann am Bahnhof angekommen, öffneten sich die Türen und es brach ein allgemeiner Jubel aus! DIe Menschen haben sich so gefreut, das erinnerte doch schon an die Kriegsheimkehrer, nur das wir nicht aus den Fenstern winken konnten und auch niemand da war, der uns sehnsüchtig erwartete.
Und da wir total cool sind, und das überstanden haben, dachten wir, gehen wir mal in die hippeste Bar von Sydney, die Cargobar. Und wieso wir keinen Eintritt zahlen mussten und auch an der Warteschlange vorbeikonnten (und das mit Turnschuhen und Jeanshosen) kann ich bis heute nicht erklären. Glück wahrscheinlich, oder man wollte uns das angenervte Gesicht aus dem Gesicht zaubern, denn inzwischen war es doch recht frisch geworden.
In der Cargobar waren die Schickimickis reichlich vertreten, Mädchen mit Kleidchen und komischen Mustern und Gürtel unter

den Brüsten und Männer in Armanianzügen, alle irgendnen schicken Cocktail in der Hand und zu HOUSE getanzt. Das kam mir wirklich unwirklich vor. Und da House auch nicht soooo meine Musik ist, dachte ich schon wieder ans abzischen, als mir auffliel, dass die Housemusik von nem Typen mit Trompete und Trommeln untermalt wurde. Das war total

cool! Der Typ hatte es auch wirklich drauf und brachte in das BUM BUM BUM ein bisschen DRRRRRITTT!
Doch die anderen hatten keine Lust mehr, und die wollten in die Überbar gehen, da ich aber schon da war und ich mir auch nicht jedes Wochenende n Taxi aus der Stadt zu meinem Ort nehmen kann ( zu mir fahren nämlich keine Nachtbusse) habe ich um 10 vor 1 den letzten Bus nach Hause genommen. Zusammen mit meinem Ipod, man ist der Geil!!!!